Continental MountainKing Protection – Ausdauersportler mit Biss und ohne Wasserscheu

April 2018

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Die beiden vergangenen Touren standen voll unter dem Zeichen des neuen Continental MountainKing Protection. Komplett neu designtes Profil, deftige Karkasse und eine neue Breite von 2,3. Wir waren gespannt, was der neue im Gelände für Qualitäten haben würde. Die Bilder im Katalog sahen schonmal vielversprechend aus und das aggressive Profil machte Lust auf Dreck.

Die erste Testfahrt über 32Km begann bei Nieselregen und aufgeweichtem Boden. Als Vorderrad diente der Conti MudKing 29er in 2,3 mit 1,8 bar, als Hinterrad der neue MountainKing 29er in 2,3 und 1,9 bar jeweils auf unseren Nicolai G13 Trailbikes.

Der erste Eindruck auf Asphalt zeigte das gleiche gute Rollverhalten, wie der alte MountainKing. Aber die wahre Stärke sollte der Reifen erst im Gelände zeigen. Bereits auf den ersten Metern über nassen, festen Waldboden zeigte sich in den Kurven der riesige Sprung nach vorne: Da, wo der MudKing sich in den Boden gebissen hatte, folgte der MountainKing ohne Verzagen und absolut spurtreu auf dem Fuße.

Wir dachten uns, so weit, so gut und fuhren in das erste lange Schlammloch. Auch hier kein Anflug von Müdigkeit, der Reifen lief einfach super in der Spur und ohne jeglichen Anflug von walken, aber immer mit schöner Eigendämpfung. Aus den Experimenten im Winter wussten wir aber, dass rutschige, matschige Anstiege eine der Achillesfersen des schnellen MountainKings waren. Also ging es munter genau dort hin. Insgesamt 45 Höhenmeter auf etwa 400 Meter Länge im Schlängelkurs um Fichten und Tannen im ersten und zweiten Gang und sehr wechselnden Steigungen. Was soll man sagen? Wir waren begeistert! Kein Durchrutschen bei Zug an der Kette, kein Wegrutschen bei schrägen Wurzeln. Wo der MudKing seinen Weg fand, brachte der MountainKing die Antriebskraft auf den Boden.

Auch bei schnellen Abfahrten auf tatsächlich nassem und weichem Waldboden vermittelte der MountainKing einfach Lust auf mehr Schräglage und noch aggressivere Linien, denn das Heck war einfach nicht zum Ausbrechen zu bewegen.

Übrigens haben wir den neuen Reifen auch gleich beim ersten Versuch der tubeless-Montage sauber auf die Felge bekommen. Und obwohl ich zunächst die Milch komplett vergessen habe (ich war halt so aufgeregt), hielt er trotzdem sauber die Luft und sprang sofort in die Felge. Begeisterung also auch hier, denn der MountainKing ist rundum dicht, ohne Schwächen.

Ehrlicherweise war die Runde auf dem nassen Boden aber, den äußeren Umständen geschuldet, nicht unsere schnellste und obwohl wir restlos begeistert von der Performance des Reifens waren, ließ sich noch nichts über die Rolleigenschaften auf trockenem, festen Boden sagen. Im Schlamm und bei Nässe war er aber tadellos.

Dementsprechend musste an diesem ersten Frühlingswochenende der neue Liebling nochmal ran. Und zwar diesmal vorne und hinten. Denn der MudKing ist bei aller Liebe nunmal kein Trockensprinter. Also wiederum einmal G13 und diesmal auch ein Ion 15 mit konventioneller Geometrie vorne und hinten mit dem 29er Bergkönig bestückt.  1,7 bar vorne, 1,9 bar hinten, Sonnenschein, Staub, fester Boden auf der gleichen Runde wie zuvor. Um es kurz zu machen: Der Reifen ließ sich nicht beeindrucken. Wir uns aber schon. Das erste Gefühl war richtig: der MountainKing 3 läuft genauso gut oder sogar noch besser als sein Vorgänger. Aber der Grip ist um Welten besser. Man kann sagen, der MountainKing ist erwachsen geworden. Und wie! Weg vom Singledasein als Schönwetterfahrerliebling auf Waldautobahnen hin zum herausragenden Allrounder für jedes Wetter und derbe Trails. Die Angst vor Gegenanstiegen hat er abgelegt, im Schlamm fühlt er sich wohl, Kurven sind seine neuen Freunde und Wurzel beeindrucken ihn auch nicht besonders. Und trotzdem kommt man immer noch mit gewohntem Kraftaufwand zur Eisdiele. Allerdings kann man es jetzt auf dem Rückweg nach Hause richtig krachen lassen und mit Präzision und Eleganz die Dreckbrocken aus den Kurven im Wald fräsen. Oder einfach entspannt zurückrollen. Aber das ist ja quatsch.

Chapeau Conti, der Gummi ist richtig geil!

 

Continental MountainKing Protection – Endurance Athlete with bite and a hang for the wet.

The last two rides were dedicated to finding out what all the fuss is about with the new 3rd generation Continental MountainKing Protection. Newly designed from the ground up and with a hefty sidewall and a new width of 2,3.  We were eager to find out if it performed as well as it looks when it gets its hand dirty.

The first ride was 32 Km´s on wet soil and it all started with the finest German drizzle. On the front we went for the trusted 29er MudKing in 2,3 and ran it with 1,8 bars. On the rear wheel the 29er MountainKing Protection 2,3 had to show its virtues with 1,9 bars.

On asphalt our first impressions met the known and trusted qualities of the MountainKing as a smooth running tire that can go for ages with very little input strength wise. But the real character of a MTB Tire is proven in the dirt and so we went for it. Even on the first few meters on muddy woodland soil we felt the rather gigantic improvements: where the MudKing went, the MountainKing obediently followed without any hassle.

Well, so far, so good. Straight into the mud then. A place of, let´s say, mild discomfort for the old MountainKing. But boy were we in for a surprise! Even on unsteady and quite gnarly climbs this tire did not get out of its (or rather our) comfort zone. Steep climbs with a bit off camber work and some roots. You know, the terrain were the old MountainKing made you to really work and shift your wait or better be prepared to walk uphill. Now, it went up. Straight up. With lots of grip, control and precision. No slip when you really put some muscle in the system or when a root came diagonally at it. The MudKing chose the line and the MountainKing transferred our strength into the ground and made for well-paced uphill-climbing.

Even on fast descents on soggy soil and soft ground the MountainKing inspired harder cornering and even more aggressive lines because that damned rear tire just could not be forced to let go of the grip.

But keep in mind, this ride was not -due to the weather and ground conditions- a fast lap compared to a ride in the sun on our beloved local trail. And as much as we adore it, the MudKing is not intended for fast paced progression on a light or medium trail. It is made for the thickest of mud and hard downhill work in the rain. But, and it is a big but: the MountainKing excellently proved to us, that it now officially likes wet conditions and soft ground, even at higher speeds. And it does not slip when you put some muscle into it.

Even so, we had to find out how the tire performed in sunny, dry and hard-packed conditions. This time, it had to prove that it works as a front tire as well so we put it once more on a Nicolai G13 and a more conventional Nicolai Ion 15. Pressures ran at 1,7 at the front and 1,9 at the rear of the bikes. To make a long story (finally) short: the MountainKing worked exceedingly well. We are truly and deeply impressed by what Continental did to this piece of rubber! It runs as well as its predecessor and the grip is so dramatically improved that you will find it hard to believe it bears the same name. The MountainKing grew up, it seems. It is no longer just the heir to the trail-throne, it sits on it.

No longer is it just the beloved companion of riders who stroll along the asphalt lanes to get a coffee or an ice-cream. The MountainKing is now a fully-fledged trailworker with lots of bite and it inspires the lust for more. No more fear of muddy climbs, it now likes to play in the dirt, corners are now its best mates and roots do not even produce a drop of sweat. And even so you can still go for that ice-cream or coffee. But now you can shred home, send the dirt into the air and put the calories to the ground. Or you can go easy. But that is never an option, is it?

 

Thanks Conti, you did a tremendous job building this piece of rubber!

Ja, da musste der Schriftzug freigewischt werden, denn der Reifen war ordentlich in der Mocke unterwegs.

Hier sehen sie die neuen Baustellenfahrzeuge. In der Mitte: Baggerschaufeln. Am Rand: Krallen.

Und zum Schluss kam die Sonne raus und wollte sich den neuen König auch mal anschauen.

Macht auch am Vorderrad nen schlanken Fuß: die neue Trailwaffe von Conti.

Und da bin ich dann so inne Kurve und dann hier gezogen und da gedrückt und überhaupt: geil war´s!

Der hält und hält und hält, egal wie aggressiv gefahren wird.

Praktischer Nutzen dieses Tests: Null. Spaßfaktor dabei: Eins plus.

Man glaubt es kaum, aber hinten wohnt der Mountainking und schiebt sauber durch den Dreck.

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