IXS DHC #4 Ilmenau, himmelblau (und richtig heiß)

Juli 2018

IXS DHC #4 Ilmenau

Dieses Mal war der Himmel wirklich blau. Strahlender Sonnenschein und knackige 35 Grad erwarteten die Starter am Freitag zum Trackwalk der legendären Strecke in Thüringen. Und auch für diesen Lauf hatte das Team in Ilmenau wieder eine neue, abwechslungsreiche und flotte Streckenführung ausgeklügelt. Die diesjährigen Highlights waren dabei sicherlich die Abschnitte der zweiten Hälfte ab dem fulminanten und mehr als acht Meter fassenden Roadgap, nachdem es in eine extrem lose und am Steilhang laufende S-Kurve ging, um danach über knorrige Wurzeln und viele geröllige Steine zum Zielsprung zu führen.

Die Shuttles klappten wie immer perfekt und so konnte es auch zügig in die Trainingsläufe gehen. Bei den hochsommerlichen Temperaturen troff bald jedem der Schweiß aus den Panzern und Helmen, aber bei dieser herausragenden Strecke hatten alle ihren Spaß und kamen auf ihre Kosten.

Leider musste öfter als üblich der Krankenwagen ausrücken, denn der eine oder andere überschätzte sich mit dem Roadgap und zerschmetterte sich die Knochen nach missglückten Landungen. An dieser Stelle aber nochmals ein großes Dankeschön an alle Rettungskräfte und Streckenposten! Auftreten und Agieren waren tadellos und gaben jederzeit das Gefühl, auch bei einem Crash gut aufgehoben zu sein.

Gegen Abend kam dann noch ein erfrischender Gewitterschauer aus den Himmelstoren und senkte die Temperaturen in den Zelten und Wagen auf ein dem Schlaf zuträgliches Maß. Dass das Team Raderdoll allerdings deutlich mehr Watt eingepackt hatte, als die gesamte Orga-Crew zusammen, war besonders in der Nacht dann noch beeindruckend durch den Gehörschutz zu vernehmen.

Des Abends wollte aber ja noch der Blutmond bestaunt werden. Diese Unterfangen stellte sich allerdings im Ilmenauer Tal schwieriger dar, als zunächst gedacht. Allerdings konnte unser findiger Turnvater Jahn den diesjährigen Streckenchef der Absoluten Abfahrt, Florian Mähr, dafür gewinnen, uns mit seinem Allradbulli zum Starthügel zu kutschieren. Nachdem sich die rot erleuchtete Kugel dann träge hinter ein paar Wolken hervorschälte, um gleich darauf immer wieder im Dunst zu verschwinden, riefen auch schon unsere Betten. Florian, danke nochmal für den Fahrdienst und vor allem für die geile Strecke, da ging was!

Samstag wurde im Training dann noch an der einen oder anderen Linie gefeilt, denn die optimale Linie verschob sich immer mal wieder um einige Zentimeter, da der lose Waldboden unter anderem den bissigen Stollen von Conti irgendwann nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Unser Teamkapitän Daniel holte dann zusammen mit Gino auch das letzte bisschen Performance aus den Fahrwerken, denn bei der zerkraterten und pudrigen Strecke mussten die Bikes ganz schön arbeiten. Kleine Setup-Probleme führten hier zügig zu massiven Problemen bei der Bodenhaftung und entsprechend dann auch der Lenk- und Fahrdynamik (also im Klartext: haste nen falsch eingestelltes Fahrwerk, fliegste auf die Nase). Hier verzieh die Strecke keinerlei Fehler und sortierte im Seeding Run zügig die Fahrer nach ihren Fähigkeiten.

Gino Schlifske ging als erster aus dem Team durch die Zeitmessung und erschlängelte sich auf dem kurvenreichen Kurs den 14. Platz seiner Klasse. Daniel Jahn folgte kurze Zeit später und schoss auf den ihm eigenen Linien mit etwas mehr als zwei Sekunden Vorsprung auf den ersten Platz der Seedings. Bei ihm zahlten sich Fahrfluß und kontrolliert aggressive Linien in Verbindung mit einem perfekten Setup an seinem Nicolai G19 besonders aus. Noah Kuhnen rollte dann in der Elite Men über die Startlinie und konnte sich, obwohl dies seine erste Rennteilnahme in diesem Jahr war, in dem starken Starterfeld der Elite im Mittelfeld positionieren. Ich selbst sparte mir den Start, nachdem ich am Vortag im Training ergebnislos versucht hatte, einen Stein im Steinfeld mit meinem Beckenknochen zu zermalmen.

Tagsüber schneite dann noch wie am Vortag Gregor Sudhoff vom Bergrausch Racing Team bei uns auf eine Tasse Kaffee herein und erzählte die eine oder andere Anekdote aus seiner Zeit in Thüringen, als die heutigen Elite-Fahrer teils noch nicht geboren waren und eine Mauer unser Vaterland zerschnitt.

Am Sonntag war es dann soweit: Finaltag. Und für Daniel natürlich die Verteidigung seines Titels in Spe, denn nun ging es am Finaltag nicht nur um den schnellsten im DHC, sondern auch um den Thüringischen Meister, der sonst immer am Vortag ermittelt wurde. Nachdem die Temperaturen im Training erneut den Schweiß in Bächen fließen ließen, ging es auch recht zügig zum ernsten Teil über.

Gino verlor leider zum Vortag eine Sekunde, erreichte aber im Finale dennoch den 16. Platz seiner Klasse. Noah schob seine Zeit nochmals runter und ging bei 02:08.337 durchs Ziel, konnte sich aber aus dem Mittelfeld nicht ganz lösen.

Nachdem Daniel am Vortag bereits mit einer Zeit von 2:02.502 extrem schnell unterwegs war, kam nun der bis dato Erstplatzierte auf eine Zeit von 2:01.870. Da musste Daniel also noch eine Schippe drauflegen und schiefgehen durfte auch nichts. Im Zielbereich hörte man dann bereits die Ilmenauer Fankurve, als auf der Anzeige schon die 01:30 durchlief. Es würde knapp werden, aber die Hoffnung kam bei uns bereits auf. Sollte ihm nun die Anfahrt des Roadgap und seine Linie in der S-Kurve danach gelingen, könnte das wirklich was werden mit dem Titel. Bangende 20 Sekunden später erahnte man das gelbe Trikot im Wald und fünf Sekunden später kam Daniel aus dem Wald in den Skihang geflogen.

Und die Zeit stand.

Bei 01:59.508

Und somit blieb nur eins: Unserem Teamkapitän zu seinem ersten Platz und seinem Titel als 2018er Thüringischer DH-Meister zu gratulieren. Und ihm ein Eis zu schenken. Es war schließlich verflucht warm.

Herzlichen Glückwunsch auch an alle Sieger der anderen Klassen und für diejenigen, die über das Krankenhaus in Ilmenau abreisen mussten: eine schnelle und vollständige Genesung!

Freunde, es war uns ein Fest! Wir sehen uns in Tabarz, wenn der Rennzirkus am Inselberg einfällt und den Fichtenslalom unsicher macht.

Die können gut was ab: ETR Superforce von Veltec.

Daniel über dem Roadgap

Na, wo ist sie denn, die Linie?

Gino im Attacke-Modus

Gibste Noah Airtime, macht der Faxen...

Du sollst in die Landung gucken!

Allein auf weiter Flur...

Und Abflug.

Racebuddies

"Ist die Schelle noch fest?"

Äh, Daniel, die Strecke ist deutlich weiter unten...

Gino ignoriert Wurzeln am liebsten in der Luft.

Fliegste quer, siehste mehr

Gino auf dem Weg ins Ziel

Daniel vermisst den Skihang

Thüringischer DH Meister

Schnellster der Pro Masters

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